Sympathikus & Parasympathikus


Um unsere Hunde und ihr Verhalten zu verstehen, müssen wir im ersten Schritt herausfinden, wie sie "ticken" - das gute ist, die menschliche Biologie tickt gar nicht so anders.

Daher ist es uns möglich, Rückschlüsse zu ziehen und Emotionen nachempfinden zu können.

Wenn wir uns mit dem vegetativen Nervensystem des Hundes beschäftigen, fällt uns oft schmunzelnd das ein oder andere Beispiel aus dem eigenen Alltag auf.


Jemand schneidet mich im Straßenverkehr und mir wird kurz heiß = Sympathikus. Nach einem aufregendem Spiel verlangsamt sich mein Herzschlag wieder = Parasympathikus.


Die Nervensysteme sind eine wunderbare "Schaltzentrale" im Inneren von uns und von unseren Hunden. In Bruchteilen von Millisekunden (die Nachbarskatze wurde gerade gesichtet) feuern Teile des Gehirns Informationen und der Hund optimiert seinen Körper. Adrenalin wird ausgeschüttet, die Muskulatur spannt sich an, die Leber gibt Zucker frei - ENERGIE! (Sympathikus)

Energie zum Flüchten oder zum Kämpfen, je nach Gusto, aber in jedem Falle in einem optimierten Zustand des Körpers. Futteraufnahme? Unmöglich in diesem Moment! Ansprechbar sein für Signale des Menschen? Geht gerade nicht! Komm später wieder.


Bei näherer Betrachtung ist es doch nur die Gießkanne, die dort beim Nachbarn steht. Das Gehirn "meldet" und der Parasympathikus versetzt den Körper wieder in den Ruhezustand.


Warum ist es uns so wichtig, dass wir im Zusammenleben mit den Hunden die Kapitel nochmal ansehen, die im Biounterricht in der Schule so genervt haben?

Weil wir verstehen müssen, dass unsere Hunde diese Systeme nicht bewusst steuern können.

Etliche Faktoren wie z.B: Rasse, Prägung, Erfahrung spielen eine Rolle in der Verarbeitung von Reizen. Das Gehirn des Hundes reagiert. So kann auch Angst eine Reaktion sein, die der Hund sich nicht aussucht.

Damit sind Trainingsansätze, wie: "Da muss der jetzt durch" bitte ab jetzt gestorben und wir finden gemeinsam heraus, welche "Schablone" wir verändern müssen, damit das Gehirn des Hundes ihn nicht in eine Flucht oder Kampfentscheidung steuert.

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